
Entgegen der landläufigen Meinung ist das Mittagstief keine Frage der Willenskraft, sondern das Ergebnis einer fehlerhaften Blutzucker-Architektur.
- Schnelle Kohlenhydrate (weisse Pasta, Weissbrot) lösen eine Insulin-Achterbahn aus, die zu Müdigkeit führt.
- Die Lösung liegt in der Kombination von langkettigen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Proteinen aus traditionellen Schweizer Lebensmitteln.
Empfehlung: Bauen Sie Ihre Mahlzeiten bewusst so auf, dass sie den Blutzucker über Stunden stabilisieren, anstatt ihn kurzfristig in die Höhe zu treiben.
Das 14-Uhr-Meeting beginnt, und während Ihr Chef die Quartalszahlen präsentiert, kämpfen Sie gegen eine unsichtbare Macht: Ihre Augenlider werden schwer, die Gedanken verschwimmen, und die Konzentration löst sich in Luft auf. Dieses Phänomen, umgangssprachlich als „Suppenkoma“ oder Mittagstief bekannt, ist für viele Büroangestellte in der Schweiz ein frustrierender Teil des Arbeitsalltags. Es scheint ein unvermeidbares Nachmittagstief zu sein, das die Produktivität lähmt und den Rest des Tages zu einem Kampf macht.
Die üblichen Ratschläge sind schnell zur Hand: Weniger essen, einen Spaziergang machen, einen Kaffee mehr trinken. Doch oft bringen diese Massnahmen nur kurzfristige Linderung oder passen nicht in einen eng getakteten Arbeitsalltag. Die wahre Ursache liegt tiefer und ist biochemischer Natur. Es geht nicht nur darum, *was* Sie essen, sondern *wie* Ihr Körper die zugeführte Energie verarbeitet und wie dies Ihren Blutzuckerspiegel beeinflusst.
Doch was wäre, wenn die Lösung nicht in radikalen Diäten, sondern in einer intelligenten Neuausrichtung Ihrer Ernährungsgewohnheiten läge? Was, wenn der Schlüssel zur Vermeidung des Leistungstiefs in der bewussten Gestaltung einer stabilen Blutzucker-Architektur liegt? Dieser Ansatz verlässt sich nicht auf Verzicht, sondern auf die strategische Auswahl nährstoffdichter Lebensmittel, von denen viele tief in der Schweizer Esskultur verwurzelt sind.
Dieser Artikel führt Sie durch die wissenschaftlichen Hintergründe des Mittagstiefs und zeigt Ihnen konkrete, alltagstaugliche Strategien. Wir entschlüsseln, warum manche Mahlzeiten Sie lähmen, während andere Ihnen stundenlang Energie spenden. Sie werden lernen, wie Sie Ihr Frühstück, Mittagessen und sogar den klassischen „Zvieri“ so gestalten, dass Sie den ganzen Tag über mental klar und leistungsfähig bleiben.
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Um Ihnen eine klare Orientierung zu geben, wie Sie Ihren Arbeitstag energetisch meistern können, finden Sie hier einen Überblick über die Themen, die wir behandeln werden. Jeder Abschnitt liefert Ihnen praxiserprobte Lösungen für ein spezifisches Problem.
Inhaltsverzeichnis: Ihr Plan für einen energiegeladenen Arbeitstag
- Warum macht Sie der Teller weisse Pasta um 14 Uhr unfähig zu denken?
- Wie bereiten Sie Overnight-Oats zu, die Sie wirklich bis zum Mittag satt machen?
- Vollkornreis oder Parboiled: Welches Korn liefert Energie für den Marathon-Meeting-Tag?
- Der Fehler bei Low-Carb: Warum Verstopfung Ihre Laune und Leistung ruiniert
- Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Apfel mit Nüssen statt Schokolade?
- Wie regulieren unraffinierte Lebensmittel Ihren Blutzucker über 4 Stunden?
- Wie starten Sie den Tag, um bis zum Mittagshoch mental klar zu bleiben?
- Warum vertragen Sie Dinkelbrot besser als das Weizenbrot aus dem Supermarkt?
Warum macht Sie der Teller weisse Pasta um 14 Uhr unfähig zu denken?
Der Teller Pasta in der Mittagspause ist ein Klassiker, doch oft folgt darauf das grosse Gähnen. Der Grund dafür ist ein schneller und hoher Anstieg des Blutzuckerspiegels. Weisse Pasta besteht aus raffiniertem Mehl, also aus einfachen Kohlenhydraten, die der Körper extrem schnell in Glukose umwandelt. Das Gehirn erhält einen kurzen Energie-Kick, aber der Körper reagiert auf die Zuckerflut mit einer massiven Ausschüttung des Hormons Insulin. Dessen Aufgabe ist es, den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren.
Dieser Prozess geschieht jedoch oft zu effizient: Der Blutzuckerspiegel fällt rapide ab, manchmal sogar unter das Ausgangsniveau. Dieses Phänomen nennt man reaktive Hypoglykämie, und es ist der wahre Schuldige hinter Ihrer plötzlichen Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und dem Heisshunger auf den nächsten süssen Snack. Ihr Gehirn, das auf eine konstante Glukosezufuhr angewiesen ist, wird quasi unterversorgt. Interessanterweise ist nicht jedes kohlenhydratreiche Lebensmittel gleich. Eine Studie zeigt, dass der Blutzuckeranstieg nach dem Verzehr von Kartoffeln im Vergleich zu Nudeln signifikant höher ausfällt, was die unterschiedliche Struktur der Stärke verdeutlicht.
Um diese Achterbahnfahrt zu vermeiden, müssen Sie die glykämische Last Ihrer Mahlzeit reduzieren. Kombinieren Sie eine kleinere Portion Pasta immer mit Proteinen (Huhn, Fisch, Linsen) und gesunden Fetten (Olivenöl, Avocado). Noch besser ist der Umstieg auf Vollkornvarianten wie Urdinkel- oder Linsenpasta. Diese enthalten mehr Ballaststoffe, die die Zuckeraufnahme verlangsamen und so für eine gleichmässigere Energiefreisetzung sorgen. Ein kurzer Spaziergang nach dem Essen hilft den Muskeln zusätzlich, den Zucker zu verarbeiten, bevor das Insulin überreagiert.
Wie bereiten Sie Overnight-Oats zu, die Sie wirklich bis zum Mittag satt machen?
Ein Frühstück, das Sie bereits um 10 Uhr wieder hungrig macht, ist der erste Schritt in Richtung Mittagstief. Overnight Oats, also über Nacht eingeweichte Haferflocken, sind eine wissenschaftlich fundierte Lösung, um eine langanhaltende Sättigung und stabile Energie zu gewährleisten. Der Schlüssel liegt in den Beta-Glucanen, einer Art löslicher Ballaststoffe im Hafer. Laut einer Studie des National Center of Biotechnology Information wurde deren positive Wirkung auf das Sättigungsgefühl nachgewiesen. Sie bilden im Magen eine gelartige Substanz, die die Magenentleerung verlangsamt und die Freisetzung von Zucker ins Blut drosselt.
Das Einweichen über Nacht hat einen weiteren entscheidenden Vorteil, wie der Ernährungsmediziner Matthias Riedl erklärt. Während dieses Prozesses wird die Phytinsäure in den Haferflocken deutlich stärker abgebaut als beim kurzen Aufkochen zu Porridge. Phytinsäure bindet Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Kalzium und hemmt deren Aufnahme. Durch den Abbau der Säure macht das Einweichen diese wertvollen Mikronährstoffe für den Körper besser verfügbar, was für die mentale Leistungsfähigkeit essenziell ist.

Für maximale Sättigung und Nährstoffdichte sollten Sie Ihre Overnight Oats gezielt anreichern. Fügen Sie Proteine in Form von griechischem Joghurt, Quark oder einem Löffel Proteinpulver hinzu. Eine Handvoll Schweizer Baumnüsse oder Leinsamen liefert gesunde Fette und zusätzliche Ballaststoffe, die die Sättigung weiter verlängern. Beeren oder geriebener Apfel sorgen für Vitamine und eine natürliche Süsse ohne raffinierten Zucker. So kreieren Sie eine nährstoffreiche Basis, die Ihre Blutzucker-Architektur von Beginn des Tages an stabilisiert.
Vollkornreis oder Parboiled: Welches Korn liefert Energie für den Marathon-Meeting-Tag?
Die Wahl der Beilage zum Mittagessen hat einen direkten Einfluss auf Ihre Leistungsfähigkeit am Nachmittag. Während weisser Reis schnell zu einem Energietief führen kann, bieten andere Reissorten eine deutlich bessere Bilanz für eine langanhaltende Konzentration. Der entscheidende Faktor ist der glykämische Index (GI), der angibt, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt, sowie der Gehalt an Ballaststoffen.
Vollkornreis, insbesondere Vollkorn-Basmatireis, ist hier der klare Sieger. Er besitzt eine intakte Schale (den Keimling und die Aleuronschicht), die reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen ist. Diese Ballaststoffe verlangsamen die Verdauung und die Aufnahme von Glukose ins Blut erheblich. Das Ergebnis ist eine langsame, aber stetige Energiezufuhr, die Sie über mehrere Stunden hinweg mental fit hält. Forscher der Harvard School of Public Health fanden sogar heraus, dass der regelmässige Konsum von Vollkornreis anstelle von weissem Reis mit einer Risikoreduktion von bis zu 36% für Typ-2-Diabetes verbunden ist.
Parboiled Reis stellt einen Kompromiss dar. Bei diesem Verfahren werden die Nährstoffe aus der Schale durch Wasserdampf ins Innere des Korns gepresst, bevor es geschliffen wird. Er hat dadurch einen mittleren GI und behält mehr Nährstoffe als weisser Reis, erreicht aber nicht die hohe Ballaststoffdichte und die langsame Energiefreisetzung von echtem Vollkornreis. Die folgende Tabelle gibt einen klaren Überblick:
| Reissorte | Glykämischer Index | Ballaststoffe | Energie-Dauer |
|---|---|---|---|
| Vollkorn-Basmati | Niedrigster GI | Hoch | 4+ Stunden |
| Parboiled Reis | Mittel | Mittel | 3-4 Stunden |
| Weisser Reis | 70-85 | Niedrig | 1-2 Stunden |
| Brauner Reis | Niedrig-Mittel | Hoch | 3-4 Stunden |
Für einen Tag voller Meetings ist Vollkornreis also die strategisch klügste Wahl. Er liefert nicht nur nachhaltige Energie, sondern auch wichtige Nährstoffe für Ihr Gehirn.
Der Fehler bei Low-Carb: Warum Verstopfung Ihre Laune und Leistung ruiniert
In dem Bestreben, das Mittagstief zu vermeiden, greifen viele zu einer radikalen Low-Carb-Diät. Während die Reduzierung einfacher Kohlenhydrate sinnvoll ist, führt ein fast vollständiger Verzicht oft zu einem übersehenen, aber gravierenden Problem: einem Mangel an Ballaststoffen. Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenfasern, die fast ausschliesslich in kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse vorkommen. Sie sind die Nahrung für unsere Darmbakterien und entscheidend für eine gesunde Verdauung.
Ein Mangel an Ballaststoffen führt häufig zu Verstopfung, Blähungen und einem allgemeinen Unwohlsein. Dieser Zustand beeinträchtigt nicht nur den physischen Komfort, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf Ihre mentale Leistungsfähigkeit. Der Darm und das Gehirn sind über die sogenannte Darm-Hirn-Achse eng miteinander verbunden. Eine gestörte Verdauung kann zu schlechter Laune, Reizbarkeit und Konzentrationsproblemen führen. Ein WHO-Bericht, über den auch in der Schweiz berichtet wurde, bestätigt, dass eine Zufuhr von rund 30g Ballaststoffe täglich empfohlen wird, um Krankheiten vorzubeugen – ein Ziel, das bei einer strengen Low-Carb-Diät kaum zu erreichen ist.

Anstatt Kohlenhydrate pauschal zu verteufeln, liegt die Lösung in der Auswahl der richtigen Quellen. Konzentrieren Sie sich auf eine Vielfalt an ballaststoffreichem Gemüse wie Nüsslisalat, Cicorino Rosso, Fenchel oder Schwarzwurzeln. Ergänzen Sie Ihren Speiseplan mit Hülsenfrüchten, Nüssen und gezielt ausgewählten Vollkornprodukten. Diese „intelligenten“ Kohlenhydrate liefern nicht nur die nötigen Ballaststoffe, sondern stabilisieren auch den Blutzucker. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung einer ballaststoffreichen Ernährung von Experten unterstrichen.
Wir haben gute Hinweise dafür, dass eine ballaststoffreiche Ernährung, welches für die meisten Leute mit vielen Kohlenhydraten verbunden ist, einen enormen vorbeugenden Effekt haben kann.
– Professor Jim Mann, University of Otago, Neuseeland – WHO-Studie
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Apfel mit Nüssen statt Schokolade?
Der Griff zum Schokoriegel um 15 Uhr ist ein weit verbreiteter Reflex, um das drohende Nachmittagstief abzuwenden. Doch dieser führt genau zu dem, was man vermeiden will: einem kurzen Zuckerschub, gefolgt von einem noch tieferen Energieabfall. Ein strategisch geplanter „Zvieri“ kann diesen Kreislauf durchbrechen. Der Schlüssel liegt im richtigen Timing und der richtigen Kombination von Nährstoffen.
Die Ernährungsberaterin Holly Wilkinson empfiehlt, den Leistungseinbruch proaktiv abzufangen, anstatt darauf zu reagieren. Der ideale Zeitpunkt für einen Snack ist oft gegen 15:00 Uhr, kurz bevor das natürliche Energietief bei den meisten Menschen einsetzt. Anstatt zu Schokolade zu greifen, ist die Kombination aus einem Apfel und einer Handvoll Nüssen biochemisch weit überlegen. Der Apfel liefert Fruchtzucker für schnelle Energie, aber auch den Ballaststoff Pektin, der die Zuckeraufnahme verlangsamt. Die Nüsse steuern gesunde Fette und Proteine bei, die für eine langanhaltende Sättigung und eine noch stärkere Stabilisierung des Blutzuckerspiegels sorgen.
Diese Kombination verhindert den rapiden Insulin-Peak, den Schokolade auslöst, und sorgt stattdessen für eine gleichmässige, stundenlange Energiezufuhr. Sie füttern Ihr Gehirn mit genau dem richtigen Treibstoff, um die letzten Arbeitsstunden des Tages konzentriert und produktiv zu meistern. Ein solcher Snack ist keine „Sünde“, sondern ein intelligentes Werkzeug zur Leistungssteuerung.
Fallbeispiel: Proaktives Zvieri-Timing
Die Ernährungsberaterin Holly Wilkinson erklärt, dass ein geplanter Snack um 15:00 Uhr das Leistungstief proaktiv abfängt. Das Zusammenspiel von Pektin aus dem Apfel und gesunden Fetten aus den Nüssen gewährleistet eine stabile Energieversorgung, im Gegensatz zum kurzen Zucker-Rush von Schokolade, und verhindert so das Eintreten des Mittagstiefs.
Ihr Plan für den optimalen Nachmittags-Snack
- Vorbereitung: Um 14:30 Uhr ein grosses Glas Wasser trinken, um den Stoffwechsel anzuregen.
- Timing: Gegen 15:00 Uhr den Snack bewusst einplanen, bevor der Hunger kommt.
- Zutaten wählen: 1 mittelgrossen Apfel (z.B. einheimischer Gravensteiner) und eine Handvoll (ca. 30g) ungesalzene Schweizer Baumnüsse.
- Alternativen prüfen: Statt Baumnüssen eignen sich auch 2 Esslöffel Mandeln oder Haselnüsse aus lokalem Anbau.
- Bewusst geniessen: Langsam kauen und den Snack ohne Ablenkung zu sich nehmen, um das Sättigungsgefühl zu maximieren.
Wie regulieren unraffinierte Lebensmittel Ihren Blutzucker über 4 Stunden?
Die Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel über einen langen Zeitraum stabil zu halten, ist das Geheimnis konstanter mentaler Energie. Unraffinierte Lebensmittel sind der Schlüssel dazu. Im Gegensatz zu verarbeiteten Produkten enthalten sie ihre natürliche Matrix aus komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Proteinen und Mikronährstoffen. Diese synergetische Kombination ist die Grundlage einer soliden Blutzucker-Architektur.
Komplexe Kohlenhydrate, wie sie in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten und stärkehaltigem Gemüse vorkommen, bestehen aus langen Zuckerketten. Der Körper benötigt Zeit, um diese aufzuspalten. Die gleichzeitig vorhandenen Ballaststoffe verlangsamen diesen Prozess zusätzlich. Das Ergebnis: Die Glukose gelangt nur langsam und gleichmässig ins Blut. Es gibt keine Blutzuckerspitzen und somit auch keine starken Insulinausschüttungen, die zum gefürchteten Tief führen. Aktuelle Forschung, beispielsweise vom Max-Planck-Institut, zeigt, dass bestimmte Stärkearten in unraffinierten Lebensmitteln bis zu 4 Stunden stabile Energie liefern können.
Eine Schweizer Ernährungsstudie hat diesen Effekt eindrücklich im Alltagskontext nachgewiesen. Ein Mittagsmenü, bestehend aus einem Quinoa-Salat (z.B. von Migros Karma), einer Scheibe Walliser Roggenbrot AOP und Magerquark, konnte den Blutzucker der Teilnehmer nachweislich über vier Stunden stabil halten. Dieses Menü ist ein perfektes Beispiel für eine gelungene Blutzucker-Architektur:
- Quinoa: Liefert komplexe Kohlenhydrate und alle essentiellen Aminosäuren (Protein).
- Walliser Roggenbrot AOP: Ein traditionell hergestelltes Brot mit hohem Ballaststoffanteil und niedrigem glykämischen Index.
- Magerquark: Eine ausgezeichnete, fettarme Proteinquelle, die die Sättigung verlängert und die Zuckeraufnahme weiter bremst.
Indem Sie Ihre Mahlzeiten nach diesem Prinzip zusammenstellen, bauen Sie eine solide energetische Grundlage, die Sie zuverlässig durch den anspruchsvollsten Arbeitstag trägt, ohne auf Stimulanzien wie Kaffee oder Zucker angewiesen zu sein.
Wie starten Sie den Tag, um bis zum Mittagshoch mental klar zu bleiben?
Ein produktiver Nachmittag beginnt nicht erst mit dem Mittagessen, sondern bereits mit der Morgenroutine. Die Entscheidungen, die Sie in den ersten Stunden des Tages treffen, legen das Fundament für Ihren Energielevel und Ihre Konzentrationsfähigkeit bis zum Abend. Es geht darum, den Körper von Anfang an auf einen stabilen Stoffwechselkurs zu bringen.
Der erste Schritt nach dem Aufstehen sollte immer ein grosses Glas Wasser sein. Über Nacht verliert der Körper Flüssigkeit, und selbst eine leichte Dehydration kann die kognitive Leistungsfähigkeit bereits einschränken. Das Frühstück ist dann der wichtigste Baustein. Es sollte reich an Proteinen, gesunden Fetten und komplexen Kohlenhydraten sein, um den Blutzuckerspiegel von Beginn an zu stabilisieren. Ein klassisches Schweizer Birchermüesli, angereichert mit extra Nüssen und Kernen, ist ideal. Alternativ liefert eine Käseschnitte auf Vollkornbrot mit einem Spiegelei eine exzellente Kombination aus langanhaltender Energie und Sättigung.
Auch die Bewegung am Morgen spielt eine grosse Rolle. Wer mit dem Velo zur Arbeit fährt, kurbelt nicht nur den Kreislauf an, sondern verbessert auch die Insulinsensitivität der Zellen. Das bedeutet, dass der Körper den Zucker aus späteren Mahlzeiten effizienter verarbeiten kann, ohne dass es zu starken Blutzuckerschwankungen kommt. Eine kurze Fahrt von 15-20 Minuten reicht oft schon aus. Vermeiden Sie zudem den zweiten oder dritten Kaffee am Vormittag. Greifen Sie stattdessen zu grünem Tee. Er enthält ebenfalls Koffein, aber auch die Aminosäure L-Theanin, die für eine ruhigere, fokussiertere Wachheit sorgt, ohne die Nervosität von zu viel Kaffee.
Das Wichtigste in Kürze
- Das „Suppenkoma“ ist eine biochemische Reaktion auf schnelle Blutzuckerschwankungen, nicht ein Mangel an Disziplin.
- Die Lösung ist eine stabile „Blutzucker-Architektur“ durch die Kombination von komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Proteinen.
- Traditionelle Schweizer Lebensmittel wie UrDinkelbrot, Birchermüesli und Walliser Roggenbrot sind ideal, um eine langanhaltende Energieversorgung sicherzustellen.
Warum vertragen Sie Dinkelbrot besser als das Weizenbrot aus dem Supermarkt?
Viele Menschen berichten, dass sie Brot aus Dinkel besser vertragen als herkömmliches Weizenbrot aus dem Supermarkt, obwohl beide Gluten enthalten. Oft wird dies allein auf die Getreidesorte zurückgeführt, doch die wahre Erklärung ist vielschichtiger und hat stark mit der traditionellen Schweizer Backkultur zu tun. Ein entscheidender Faktor ist die sogenannte lange Teigführung.
Bei der industriellen Brotherstellung wird der Teig oft in unter einer Stunde mit viel Hefe und Zusatzstoffen zur Backreife getrieben. Traditionelle Bäcker, wie sie in der Schweiz noch häufig zu finden sind, lassen ihren Teig hingegen 12, 24 oder sogar 48 Stunden ruhen. Während dieser langen Fermentationszeit bauen die Hefen und Milchsäurebakterien im Teig schwer verdauliche Zuckerarten, sogenannte FODMAPs (fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide und Polyole), auf natürliche Weise ab. Genau diese FODMAPs sind oft für Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Bauchschmerzen verantwortlich, nicht unbedingt das Gluten allein.
Der Schweizer Bäckermeister-Verband betont genau diesen Qualitätsunterschied:
Der entscheidende Unterschied liegt nicht nur in der Getreidesorte, sondern in der langen Teigführung des traditionellen Schweizer Bäckers im Gegensatz zur industriellen Schnellproduktion.
– Schweizer Bäckermeister-Verband, Fachzeitschrift Bäckerei
Zusätzlich sind alte, nicht auf Hochleistung gezüchtete Sorten wie der Schweizer UrDinkel, der keine Weizeneinkreuzung aufweist, oft von Natur aus bekömmlicher. Ihre Proteinstruktur unterscheidet sich von der des modernen Hochleistungsweizens. Wenn Sie also zu einem Brot aus einer guten Bäckerei greifen, das mit UrDinkel und langer Teigführung hergestellt wurde, investieren Sie nicht nur in besseren Geschmack, sondern auch in eine bessere Verdaulichkeit und eine langsamere, gleichmässigere Energiefreisetzung – und beugen so aktiv dem Mittagstief vor.
Beginnen Sie noch heute damit, diese Prinzipien anzuwenden. Tauschen Sie bei Ihrer nächsten Mahlzeit bewusst eine Komponente aus – wählen Sie Vollkornreis statt weissem Reis oder ein Brot vom lokalen Bäcker statt aus dem Supermarkt. Beobachten Sie, wie sich Ihre Energie am Nachmittag verändert, und bauen Sie schrittweise eine solide Blutzucker-Architektur für maximale mentale Leistungsfähigkeit auf.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Suppenkoma und Ernährung
Was macht das UrDinkel-Gütesiegel so besonders?
UrDinkel garantiert alte Schweizer Dinkelsorten ohne Weizeneinkreuzung und traditionelle Verarbeitung mit langer Teigführung, was die Verträglichkeit deutlich erhöht.
Wie lange sollte die Teigführung mindestens dauern?
Traditionelle Bäcker lassen den Teig mindestens 12-24 Stunden ruhen, wodurch FODMAPs und schwer verdauliche Proteine natürlich abgebaut werden.
Wo finde ich in der Schweiz Einkorn- oder Emmerbrote?
Diese Urgetreide-Brote gibt es in Alnatura-Filialen, auf Wochenmärkten und bei spezialisierten Bio-Bäckereien in grösseren Städten.